
Neues
10.09.2026
Ute Rofallski berichtet vom Fotofestival Landskrona
Die kleine schwedische Stadt Landskrona am Öresund bezeichnet sich selbst als „The Home of Photography in Scandinavia“. Ein Besuch des inzwischen zehnten Landskrona Foto Festivals lohnt sich in jedem Fall.
Das Festival steht 2026 unter dem Leitthema „Displacement“. Die ausgestellten Arbeiten beschäftigen sich mit Flucht und Vertreibung, politischen Umbrüchen, den Folgen des Klimawandels sowie dem Gefühl von Fremdheit und Verlorenheit in einer Welt, die sich tiefgreifend verändert. Zahlreiche internationale Fotografinnen und Fotografen präsentieren ihre Werke an verschiedenen Orten der Stadt – in Museen, der Kunsthalle, der Zitadelle und auf großformatigen Leinwänden in öffentlichen Parkanlagen.
Dokumentiert werden nicht nur Krieg, Folter, Gefangenschaft und Flucht – teilweise in schwer erträglichen Bildern –, sondern auch politische und technische Veränderungen, deren Folgen kaum noch rückgängig zu machen sind. Einige Arbeiten zeigen eindringlich, dass wild lebende Tiere künftig möglicherweise nur noch in Schutzgebieten oder Tierparks zu sehen sein werden.
Weitere Beiträge thematisieren den rücksichtslosen Verbrauch natürlicher Ressourcen. Besonders deutlich wird dies am enormen Wasserverbrauch von Wüstenstädten wie Las Vegas, während die umliegende Landschaft zunehmend verdorrt. Auch die Zerstörung empfindlicher Naturräume durch den Massentourismus wird aufgegriffen, beispielsweise anhand der jährlich rund 3,9 Millionen Besucher des Yosemite-Nationalparks.
Der Besuch des Landskrona Foto Festivals 2026 war kein Erlebnis der „schönen“ Fotografie. Vielmehr zeigte das Festival auf erschütternde und zugleich eindrucksvolle Weise, wie wir Menschen unsere Umwelt und unsere Lebensbedingungen verändern – und teilweise zerstören. Gerade deshalb hat mich der Besuch nachhaltig beeindruckt und mir sehr gut gefallen.
© Text und alle Fotos: Ute Rofallski













